Viele Leistungsträger verlassen Deutschland

Als eine Person, die einen großen Teil ihres Lebens im Ausland (USA, Australien, Afrika) verbracht hat und dann beschloss nach Deutschland zurück zu kehren, finde ich diesen Trend natürlich besonders interessant. Schließlich sehe ich mich selbst natürlich auch als Leistungsträger. Und auch wenn die Arbeitsbedingungen sowie steuerlichen Bedingungen in Deutschland sicherlich nicht optimal sind, so kann ich mir nicht mehr vorstellen wieder woanders zu arbeiten. Denn in einem Land Urlaub zu machen oder in einem Land zu leben und zu arbeiten sind zwei komplett verschiedene Dinge. Was sicherlich die ganzen Rückkehrer gelernt haben. Doch ich will keine Lanze für Deutschland brechen, sondern mich wieder dem eigentlichen Thema der abwandernden Leistungsträger zuwenden.In den vergangenen sechs Jahren stieg die Zahl der Auswanderer um 47%. Allein im vergangenen Jahr packten 161 000 Deutsche ihre Koffer und wanderten aus. Das entspricht ca. der Einwohnerzahl von Osnabrück.  Und das ist nur die offizielle erfasste Statistik. Natürlich sind nicht alle Leistungsträger, aber auf jeden Fall leistungswillig. Und diese Leistungen werden jetzt im Ausland eingesetzt. Das kann ja auch nicht gut für die Deutsche Wirtschaft sein. Es ist Zeit intensiv Ursachenforschung zu betreiben. Das was Leistungsträger ins Ausland treibt, hält ausländische Leistungsträger davon ab nach Deutschland zu kommen. In der Wirtschaft hat dieses Phänomen schon einen Namen: „Brain Drain“. Was sind die Hauptgründe, um auszuwandern? Das Forschungsinstitut Prognos hat im Auftrage des Bundeswirtschaftsministeriums die Motive der Auswanderer in einer umfangreichen Studie ergründet. 1400 im Ausland lebende Leistungsträger wurden befragt und dies waren ihre Antworten: 68 % wegen eines besseren Jobs und Gehaltes, 38% wegen der Deutschen Steuerbelastung, 31% wegen der Deutschen Bürokratie. An erster Stelle stehen somit ganz klar Karrieremotive. Und je höher das Einkommen der Befragten, umso wichtiger ist für sie das Auswandermotiv Steuerlast. Primärer Grund für eine Rückwanderung sind familiäre Gründe. Somit ist wieder einmal klar. Deutschland wird für Karriereorientierte Menschen immer unattraktiver. Das wird sich langfristig immer stärker auf unser Wirtschaftsgefüge auswirken. Auf der anderen Seite werden Leistungsträger in Zukunft sich immer mehr aussuchen können, wo sie arbeiten wollen. Und somit wäre wieder die Brücke geschlagen zu einem meiner letzten Beiträge zum Thema Employer Branding.

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