Warum Ärzte sich heimlich coachen lassen

Viele Ärzte wollen keine Manager sein, denn sonst hätten sie nicht Medizin studiert.

Es gibt viele Gründe Medizin zu studieren. Hier werden nur einige genannt:

  • Schon ein Elternteil oder beide waren Mediziner
  • Altruistische Gründe. Man will „helfen“
  • Wissenschaftliches Interesse
  • Interesse am Status und einer sicheren Berufsperspektive
  • Ein sicheres Einkommen

Mittlerweile befinden sich sogar immer mehr Mediziner jenseits der 50 in einer wahren „Identitätskrise“.  Und Anfänger in einer „Sinnkrise“.

Neuere Umfragen belegen, dass Ärzte zunehmend über 50% ihrer Zeit für Management-Aufgaben  verwenden müssen. Und kein Ende in Sicht. Das macht viele Mediziner unzufrieden, bis hin zu aggressiv. Manchmal auch depressiv.

Nicht selten wird kompensiert durch Alkohol- und Drogenmissbrauch. Das natürlich ein Tabuthema, wenn es um Ärzte geht. Aber nach über 25 Jahren im Klinikbereich kann ich bestätigen, dass die steigende Tendenz zum Teil beängstigend ist.

Es muss ein Umdenken stattfinden. Auch „Götter in Weiß“ sind nur Menschen und es sollte kein Beweis von Schwäche sein, wenn ein Arzt Hilfe braucht. Sei es beim Erlernen von Führungskompetenzen, Abbau von Frustration und Aggression, oder bei der Bewältigung von Suchtproblemen.

Das Thema Ärztecoaching und Ärztetherapie muss salonfähig werden. Auch wenn der ein‘  oder andere Patient den Gedanken beängstigend finden könnte, dass manche Ärzte „nicht perfekt“ sind.

Es wird mittlerweile viel darüber geschrieben, doch in den meisten Kliniken ist diese Art von Hilfestellung ein Novum. Sicherlich auch deswegen, weil „die  lieben Arzt-Kollegen“ dafür sorgen, dass ein nach Unterstützung suchender  Arzt/Ärztin als inkompetent hingestellt wird.  Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis die meisten meiner ärztlichen Coachingklienten nicht mehr das Gefühl haben, dass sie ihre Sitzungen bei mir, in ihrem Klinikum verheimlichen müssen…

 

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